Die Kunst des Abschiednehmens

Ich bin Andrea Nehring, arbeite als Trauerrednerin, Ritualgestalterin und bin Wegbegleiterin im Prozess von Sterben, Tod und Trauer.

Als Trauerrednerin gebe ich dem Abschied eine Stimme. Für diese besondere Aufgabe braucht es Vertrauen, eine offene Begegnung, die Empathie und eine präsente, mitfühlende Haltung. Gemeinsam feiern wir die Lebensessenz und lassen die Melodie eines Lebens nachklingen. Ich würdige den verstorbenen Menschen mit einer lebendigen Trauerrede, die individuell und einmalig ist.

Der Abschied eines lieben Menschen geschieht nicht in einem Abschied. Es sind viele kleine Abschiede – Stufen und Schwellen, Treppen und Türen, Gesten und Worte, Symbole und Rituale – die zusammen sich fügen, um einem Menschen Lebewohl zu sagen.

Ein Abschied ist immer individuell und kann ganz verschieden aussehen. Der eine findet für sich einen Abschied am Sterbe- oder Totenbett, ein anderer braucht die Trauerfeier, das Tragen der Urne, das Zuschaufeln des Grabes und ein dritter braucht ein ganz eigenes Ritual für sich.

Auf Ihrem persönlichen Weg des Abschiednehmens begleite ich liebevoll, behutsam und mit Geborgenheit. Ich halte für Sie den Raum der Trauer, des Loslassens und des Erinnerns und öffne neue Blickwinkel und Kraftquellen.

In meinem Tun bin ich achtsam und einfühlsam. Meine Arbeitsweise ist mutig, kreativ und unkonventionell. Der Stil meiner Texte ist nah, poetisch und menschlich warm. Mit meinem Erfahrungsschatz und meiner Spiritualität unterstütze ich Sie in Ihrem Abschiedsprozess.

Ein Herzensanliegen von mir ist es, auch Sternenkindfamilien zu begleiten – mit Wort, Ritual und vor allem mit großer Einfühlung, Freude und Poesie.

Einen besonderen Fokus lege ich auf das Einbinden der Elemente in die Rituale, auf Naturbegegnungen und die nachhaltige Gestaltung aller Bereiche eines Abschiedes. Werkzeuge aus der systemischen Aufstellungsarbeit und der Trauerpsychologie fließen in meine Arbeit mit ein.

In einem Abschied klingt oft Trauriges und Schmerzvolles an. Der Schmerz wird körperlich erlebt und kann sich dort sehr vielfältig ausdrücken. Doch dadurch, dass wir durch den Schmerz gehen und durch den Schmerz begreifen, gibt uns dieser letztlich die Kraft, den Verlust zu anzunehmen und für den Trost in der Gemeinschaft der Lebenden offen zu sein.

Worte und Rituale können Menschen tragen und Brücken bauen – auch zwischen dem Diesseits und dem Jenseits. Zusammen mit Ihnen und nach Ihren Wünschen gestalte ich ein letztes Lebensfest, das die Herzen berührt und allen einen Raum für die Trauer schenkt.

Es ist mir eine Ehre, Sie und die verstorbene Person durch diese besondere Zeit zu begleiten. Sprechen Sie mich einfach an, um mehr über meine Arbeit zu erfahren oder um persönlich miteinander ins Gespräch zu kommen.

Ihre Andrea Nehring
Zertifizierte Trauerrednerin


Meine Passion

Es ist mir ein Anliegen, dem Tod und vor allem der Trauer ein Platz im Leben zu geben. Einst war das Sterben ein Fest inmitten der Familie. Es ist eine Schwellenzeit, eine heilige Zeit – die Zeit vom Sterbebett bis zum Gang am Grabe. Ich möchte, dass wir Verstorbene in dieser heiligen Zeit wahrnehmen und achtsam begleiten.

Bewusst durch diese Zeit zu gehen, ist ein Geschenk an die Toten und an sich selbst – es ist ein fruchtbarer Nährboden für die eigene Lebendigkeit, für Wachstum und aufbauende Kräfte. Ich möchte neue Wege aufzeigen und ermutigen, individuelle und heilsame Abschiedsrituale zu gestalten – und sich trauen zu trauern. ‚Gib deiner Trauer eine Heimat‘ sagte Fritz Roth, denn die Trauer ist ein Nachhall der Liebe.

Vor allem mit der Ritualarbeit möchte ich wirksame Impulse setzen. Ich stehe auch für ein neues Miteinander, in dem sich die Ideen und die Tatkraft vieler Kooperationspartner ergänzen und unterstützen. Ich bin für Sie da – als Trauerrednerin und Ritualgestalterin – und als engagierte Wegbereiterin für eine Bestattungskultur im Wandel.


Zu meiner Person

An der Elbe nah am Gartenreich Dessau-Wörlitz bin ich aufgewachsen. Die Weite der Flussauen, die Sandböden des einstigen Urstromtals, die Kiefernwälder, die Bauerngärten meiner Kindheitsheimat haben mich tief geprägt.

Ich habe Molekulare Medizin und Bildende Kunst studiert. Der Tod kam schon sehr früh in mein Leben und machte mich wach. Die Frage ‚Was ist das Leben?‘ war seither stets mit mir.

Schon immer waren es die Landschaften der Natur, in denen ich in Zeiten des Umbruchs Halt und Stabilität, Geborgenheit und Trost fand.

Ich bin Mutter von drei Kindern – eines an der Hand und zwei im Herzen. Ich liebe mein Leben und lebe es in seiner Fülle und in allen Facetten seiner Lebendigkeit.

Ich habe Geburt und Sterben, Abschiede und Krisen erlebt. All das hat mich geprägt und dazu geführt, dass ich die Dimensionen des Lebens in ihrem Gewahrsein und ihrer Tiefe erfassen konnte. Ich habe es ein jedes Mal als eine Einladung erlebt, den stetigen Wandel anzunehmen und Ja zu sagen, zu dem was ist und was mir gegeben oder gar zugemutet wird. Annehmen ist für mich ein Schlüssel auf meinem Weg.

Während ich als Naturwissenschaftlerin in feinste zelluläre Strukturen eintauchte und das Leben in Fragmente zerlegte, so erkundete ich als Bildende Künstlerin die Lebendigkeit in ihrem Zauber und schaute mit neuen Augen auf den Zyklus des Lebens, auf die Schönheit, die Fragilität und Stärke von Werden und Vergehen.

Durch meine künstlerische Tätigkeit habe ich die Kraft der Rituale und der Stimme erfahren. Seit 15 Jahren bin ich mit Ritualgestaltung vertraut. Die Poesie, die Vortragskunst und die anthroposophische Biographiearbeit gehören in mein Repertoire. Die Verbundenheit mit der Hospizbewegung, meine eigene Trauerbiografie, die Liebe zur Literatur und meine Freude am Leben verbinden sich in meiner Berufung zu einem runden Ganzen.

Seit acht Jahren gestalte ich Trauerfeiern, Trauerreden und binde Rituale ein, die Sterben, Tod und Trauer unterstützen. Um meine Professionalität in dem Feld weiterzuentwickeln habe ich mich 2023 an der Trauerrednerakademie zur Trauerrednerin ausbilden und zertifizieren lassen.


Zu Ade Sagen

Als ich einen nahen Freund im Sterben begleitete, fand mich das Wort ‚Ade sagen‘ – welches ich heute mit meiner Arbeit als Trauerrednerin verbinde. Ade sagen heißt Lebewohl sagen. Wir sagen Lebewohl – doch es ist nicht einfach ein Schluss machen. Wir winken dem verstorbenen Menschen nach, in eine andere Welt hinein. Wir sagen ‚a-dieu‘.

Im Grunde ist es ein schöner Abschiedsgruß: ‚a-dieu’ heißt wörtlich übersetzt ‚Gott befohlen‘. Wir empfehlen die Verstorbenen. Wir vertrauen den geliebten Menschen einem anderen Ort, einer Sphäre, einer schöpferischen Kraft, einem Gott, einer Quelle, dem größeren Ganzen oder einer anderen geistigen Form an, an die wir glauben und die uns tröstlich mit dem Menschen über den Tod hinaus verbindet.

Sprachgeschichtlich gilt das im Alemanischen übliche Ade* als einer der ältesten überlieferte Abschiedsgrüße in Süddeutschland. Er ist zuerst um 1210 belegt beim Minnesänger Gottfried von Straßburg, der in seiner Erzählung ‚Tristan und Isolde‘ zwei Pilger sagen lässt: ‚Freund a De, a De‘.

* das Wort ‚Ade‘ wurde vermutlich im frühen Mittelalter aus der französischen Sprache entlehnt. Dort bedeutet das Wort ‚à dieu‘ übersetzt ‚zu Gott oder mit Gott‘, das ebenso auf lateinisch ‚ad deum‘ zurückgeht. Bis in das 17. Jahrhundert blieb ‚Ade‘ die allgemein übliche Abschiedsformel.

Mein Angebot als Trauerrednerin